PM: Buttersäureanschlag auf Projekthäuser des Awiro e.V.

In der vergangenen Nacht vom Sonntag den 22. auf Montag den 23. Januar kam es in Rostock zu einem Buttersäureanschlag auf die Häuser des Awiro e.V.. In den Häusern in der Niklotstraße 5/6 befinden sich neben dem Cafe Median auch Wohnungen und Projekträume wie der Infoladen „Flüstern und Schreien“. In den frühen Morgenstunden hatte ein Bewohner einen stechenden Geruch festgestellt und die Feuerwehr alarmiert. Bislang unbekannte Täter hatten an mehreren Stellen Buttersäure verschüttet. Gegen Morgen waren dann Feuerwehr, Polizei und Presse vor Ort. Eine Räumung des Hauses war nicht notwendig. Buttersäure kann allerdings in entsprechender Konzentration zu Reizungen und auch Verletzungen der Augen und Atemwege führen. Neben den betroffenen Häusern befindet sich ein Kindergarten, in dem Kinder aus dem ganzen Stadtteil betreut werden.

Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser vermuten einen politischen Hintergrund der Tat. Bereits in der Vergangenheit hatte es Anschlagsversuche durch Neonazis gegeben, bei denen mehrfach Kürzel und Bekennerschreiben der Rostocker Kameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“ (NSR) hinterlassen wurden.

Auch zeigte sich der NPD-Abgeordnete David Petereit in der jüngsten Vergangenheit sehr interessiert am Awiro e.V.. So stellte er in der Rostocker Bürgerschaft mehrfach Anfragen, die sich auf den Verein bezogen haben. Auf einer neonazistischen Internetseite, für die der NPDler ebenfalls verantwortlich ist, wurden die Häuser in der Niklotstraße gar als „Anlaufstelle für kriminelle Strukturen“ denunziert, von denen „immer wieder Gewaltexzesse“ ausgehen. Szenekenner bestätigen die enge Verbindung zwischen Petereit und der NSR.
„Dieser Anschlag auf den Awiro e.V. war nicht der Erste.“ teilt eine Sprecherin des Vereins mit. „Der Angriff auf unser Projekt zeigt uns allerdings einmal mehr, dass antifaschistisches Engagement auch in Rostock weiterhin wichtig und notwendig ist.“

Einen weiteren Bericht findet ihr auf Kombinat Fortschritt.